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Kurzchronik

der Schmiede in der Oberen Vorstadt

Bearbeitet von Historiker Dr. Bernhard Trefz

Als erster Besitzer lässt sich Hufschmied Caspar Schubart (1656-1739) nachweisen, wobei offen bleiben muss, wann er die Schmiede erworben und ob diese den verheerenden Stadtbrand von 1693 überstanden hat. 1800 erwarb der Schmied Johann Georg Kurz aus Steinach bei Winnenden das Gebäude und wollte es 1829 abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen, was ihm jedoch seitens der Behörden versagt wurde. Dadurch blieb das Gebäude in seinen Grundstrukturen bis heute erhalten.

Christian Hermann Kurz baute das Gebäude 1880/81 um und gab ihm das heutige Gesicht. Die größten Veränderungen waren der Aufbau eines Zwerchbaues über der flach überdachten Beschlagstelle und die Verlegung des Treppenhauses.

1897 kam die Schmiede schließlich in den Besitz der Familie Kübler, als der ledige Schmiedemeister Christian Kübler aus Ittenberg bei Sulzbach a. d. Murr das Anwesen Erwarb. Anfänglich arbeitete er teilweise noch im Auftrag für Stuttgarter Wagner, ehe er endlich genug Kundschaft in Backnang gefunden hatte. Für die aufstrebende Firma Kaelble schmiedete er beispielsweise Maschinengestelle oder zog Reifen auf die hölzernen Räder der Steinbrecher und fahrbaren Bandsägen auf. Als Kaelble eine eigene Werksschmiede einrichtete endete diese Zusammenarbeit.

1903 wurde Eugen Kübler geboren, der bei seinem Vater in die Lehre ging, 1928 die Meisterprüfung ablegte und nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1936 die elterliche Werkstatt in Backnang übernahm. Am 01.12.1969 wurde seine Werkstatt als letzte Backnanger Schmiede aus der Handwerksrolle gelöscht. Ende 1992 verstarb er im Alter von 89 Jahren. Bis zuletzt war er in seiner Werkstatt anzutreffen, in der er für die Backnanger Bürger kleinere Arbeiten ausführte. Dieser Lohn reichte ihm offenbar für ein einfaches Leben.

Größere Investitionen hat Eugen Kübler nicht getätigt. Dieser Umstand setzt uns in die Lage, dass sich die Schmiede im Zustand wie bei ihrer Übernahme durch ihn präsentiert. Es gibt nur drei elektrische Geräte: Eine Bohr-, eine Schleifmaschine und den Blasebalgventilator. Ansonsten ist die Einrichtung vollständig vorhanden.

So soll es auch bleiben. Es werden im "Museum Schmiede Kübler" auch künftig nur notwendige Unterhaltungsarbeiten durchgeführt um den Charakter der Werkstatt möglichst unverfälscht zu erhalten.

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